Dienstag, 6. Januar 2015

Die Entstehung der Realität - Jörg Starkmuth


"Was wir als Realität erleben, ist eine Manifestation von Bewusstsein, das auf verschiedenen Ebenen existiert – vom individuellen Bewusstsein bis hin zum kosmischen Bewusstsein, in dem alles enthalten ist, was jemals existiert oder existieren könnte."
 
Heute möchten wir Euch mit Jörg Starkmuth einen Mann vorstellen, der Euer bisheriges Weltbild ins Wanken bringen könnte. Der studierte Elektroingenieur hinterfragte bereits früh die geltenden Paradigmen und wollte wissen, ob es in unserem Leben nicht mehr gibt, als wir zu glauben meinen. Bei seinen Recherchen und Studien tauchte er immer tiefer in die Geheimnisse der modernen Naturwissenschaften ein, scheute sich jedoch auch nicht sich mit religiösen Glaubensvorstellungen auseinanderzusetzen und entdeckte hierbei, dass wir viel mehr Einfluss auf unser Leben haben als uns bewusst ist. Seine Erkenntnisse hat er in seinem Buch „Die Entstehung der Realität“ verarbeitet und im Selbstverlag auf den Markt gebracht. Über den Inhalt dieses Buches und über sein Leben haben wir mit Jörg Starkmuth gesprochen.

 "Sei der Mensch, der du aus tiefstem Herzen sein willst!" -Jörg Starkmuth-
Herr Starkmuth, können Sie uns einen kurzen Überlick über Ihren bisherigen Werdegang geben?
Ich bin studierter Elektroingenieur, habe aber immer im Textbereich gearbeitet, hauptsächlich als Übersetzer, Lektor und Korrektor für technische und andere Unternehmen. Seit 2005 bin ich mit meiner Textagentur komplett selbstständig, im gleichen Jahr habe ich auch den Eigenverlag für meine Bücher gegründet.
  
 "Mich fasziniert, wie die Dinge im Innersten funktionieren."

Privat habe ich mich schon immer für Technik, Naturwissenschaft und später auch Grenzwissenschaften interessiert, also die Randbereiche dessen, was man noch unter seriöse Forschung fassen kann. Mich fasziniert, wie die Dinge im Innersten funktionieren. Und ich liebe es, die Grenzen des Bekannten zu erweitern, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren, also zu robusten Aussagen über die Welt auch dort zu gelangen, wo andere entweder pauschal von Spinnerei reden oder in willkürliche Glaubenssysteme abdriften.
Ansonsten schreibe ich auch privat gerne, insbesondere an Freunde, und ich liebe Musik und Musikinstrumente – leider habe ich mir bislang nur wenig Zeit genommen, auf diesem Gebiet kreativ tätig zu werden.

  
In Ihrem Buch "Die Entstehung der Realität" stellen Sie dem Leser ein ganz spezielles Weltbild dar. Woher kommt überhaupt das Bedürfnis der Menschen  nach einem schlüssigen Weltbild?
Es liegt in unserer Natur, die Welt verstehen und erklären zu wollen, weil uns das einen evolutionären Vorteil verschafft. Wer die Gesetzmäßigkeiten der Natur versteht und zu nutzen weiß, kann die eigene Realität viel gezielter gestalten. In der urzeitlichen Welt, für die uns die Natur optimiert hat, war das förderlich für das Überleben. Heute, wo das Überleben kein zentrales Thema mehr ist, können wir unsere Erkenntnisse darüber hinaus auch zur Vermehrung unseres persönlichen Glücks nutzen.

"Wer die Gesetzmäßigkeiten der Natur versteht und zu nutzen weiß, kann die eigene Realität viel gezielter gestalten."
  
Wie kamen Sie auf die Idee, Ihre Erkenntnisse in einem Buch festzuhalten? Wie haben Sie sich Ihre Kenntnisse und Erkenntnisse über das dargestellte Weltbild angeeignet?
Das Meiste stammt aus diversen Büchern, die ich über Jahrzehnte hinweg gelesen habe. Ich war mit einem naturwissenschaftlichen Weltbild aufgewachsen, aber diese teils ziemlich esoterischen Bücher konfrontierten mich mit Aussagen, die damit scheinbar nicht vereinbar waren. Trotzdem schien mir einiges an Wahrheit darin zu stecken, und so entstand das Bedürfnis nach einem Weltbild, das Wissenschaft, Grenzwissenschaft und Spiritualität schlüssig in sich vereinte. Ich fand dann schließlich ein paar entscheidende Puzzleteile, die dieses Weltbild für mich rund machten, und erst dann konkretisierte sich die Idee, das Ganze in Buchform zu veröffentlichen, um anderen diesen etwas langwierigen Erkenntnisprozess zu erleichtern. Ich schrieb sozusagen das Buch, das ich selbst viele Jahre früher gebraucht hätte, um die vielen scheinbaren Widersprüche aufzulösen. 


Können Sie in wenigen Worten die Kernaussage Ihres Buches beschreiben?
Was wir als Realität erleben, ist eine Manifestation von Bewusstsein, das auf verschiedenen Ebenen existiert – vom individuellen Bewusstsein bis hin zum kosmischen Bewusstsein, in dem alles enthalten ist, was jemals existiert oder existieren könnte. Deshalb haben wir durch unser Bewusstsein einen viel größeren Einfluss auf unsere Realität, als die Meisten glauben.


Welche Rolle kommt hierbei der sogenannten Quantentheorie zu? Können Sie sich erklären, weshalb sowohl die moderne Quantenphysik als auch die Relativitätstheorie in den deutschen Klassenzimmern nur stiefmütterlich unterrichtet werden? Stellt dies aufgrund der von Ihnen in Ihrem Buch dargelegten Relevanz nicht ein großes Versäumnis dar?
Wir müssen hier etwas vorsichtig sein, denn in esoterischen Kreisen wird die Relevanz der Quantenphysik oft etwas unkritisch propagiert. Tatsächlich bewegen wir uns hier im Randbereich zwischen etablierter Physik und metaphysischer Theorie. Die Quantentheorie besagt, dass Materie im klassischen Sinne nicht existiert, und beschreibt die Realität stattdessen als ein komplexes Muster aus Wahrscheinlichkeitswellen. Wie aus dem quantenmechanisch zulässigen Spektrum von Möglichkeiten dann eine konkrete Variante der Wirklichkeit tatsächlich ausgewählt wird, ist in der Physik jedoch nicht abschließend geklärt. Dass die Auswahl durch das Bewusstsein des Beobachters erfolgt, ist nach heutigem Kenntnisstand nur eine mögliche Interpretation und nicht etwa – wie in esoterischen Quellen oft behauptet – eine nachgewiesene Tatsache.

Dennoch ist es für mich die plausibelste Interpretation, denn damit lassen sich viele Phänomene erklären, die in der Parapsychologie beschrieben werden, insbesondere Psychokinese, also die direkte Beeinflussung von Materie durch den Geist. Und hier hat sich die Beweislage in den letzten Jahrzehnten deutlich verdichtet – es gibt tatsächlich statistisch hochsignifikante Ergebnisse, die einen solchen Einfluss bestätigen. Diese Tatsache hat sich allerdings bislang kaum herumgesprochen, was wohl nicht zuletzt daran liegt, dass sie dem herrschenden mechanistischen Weltbild deutlich widerspricht und sich niemand gern mit Thesen befasst, die außerhalb seines persönlichen Wahrheitsrahmens liegen. Das mag auch einer der Gründe sein, warum man diese Zusammenhänge nicht in den Lehrplänen der Schulen findet. Abgesehen davon ist die Quantentheorie mathematisch nicht gerade anspruchslos und auch deshalb schwer vermittelbar. Zumindest eine qualitative Darstellung, wie ich sie im Buch präsentiere, würde ich mir aber auch an den Schulen wünschen.

Die Relativitätstheorie ist ebenfalls mathematisch komplex und schwer verständlich. Ihre Relevanz für das von mir vorgeschlagene Weltbild ist allerdings auch geringer, ich führe sie im Buch vor allem der Vollständigkeit halber auf.


Stellt die von Ihnen in Ihrem Buch vertretene Weltsicht eine naturwissenschaftliche oder eine esoterische Sicht der Dinge dar?
Wir bewegen uns hier wie gesagt im Grenzbereich, und man kann nicht behaupten, dass die etablierte Naturwissenschaft dieses Weltbild komplett untermauert. Ich lege allerdings Wert darauf, dass ich bei meinen Überlegungen stets das naturwissenschaftliche Prinzip zugrunde lege, das da lautet: Beobachte ein Phänomen, stelle eine Theorie auf, die das Phänomen erklären kann, und versuche dann durch weitere Beobachtungen und Experimente, diese Theorie zu bestätigen oder zu widerlegen. Was den letzten Schritt betrifft, liegt in diesem Bereich noch viel Arbeit vor uns, und da es um den Bereich des Bewusstseins geht, ist eine Objektivierung von Erfahrungen hier sehr schwierig. Sehr spannend finde ich in diesem Zusammenhang die jüngeren Forschungen zu Nahtoderfahrungen und anderen außerkörperlichen Erfahrungen, die nahelegen, dass es tatsächlich objektive – also kollektive und nicht nur individuelle – Realitäten zu geben scheint, die mit einem vom Körper losgelösten Bewusstsein erlebt werden können. Auch das untermauert das von mir vorgeschlagene Weltbild.


Bedrückt es Sie, dass Ihr Buch in Buchhandlungen teils unter "Esoterik" zu finden ist?
Nein, denn ein Großteil meiner Zielgruppe würde genau dort danach suchen. Es gibt im Buchhandel leider meist keine genauere Differenzierung zwischen Grenzwissenschaft und Esoterik, daher müssen wir mit dieser simplifizierten Einteilung leben. Das Buch ist zum einen für Menschen gedacht, die von der wissenschaftlichen Seite kommen und über deren etablierte Grenzen hinauszudenken wagen, zum anderen aber auch für esoterisch orientierte Menschen, die nach fundierteren Argumenten für ihre Weltsicht suchen – sei es um den eigenen zweifelnden Verstand zu überzeugen oder um ihr Weltbild besser gegenüber Skeptikern vertreten zu können.


Ist der Ihrem Buch zentrale Begriff des Bewusstseins mit dem klassischen (religiösen) Begriff der Seele identisch?
Die beiden Begriffe stehen zumindest in einem engen Zusammenhang. Bewusstsein ist für mich universell, es ist die Grundlage jeglicher Existenz. Erst wenn Bewusstsein eine individualisierte Form annimmt, in der es sich selbst als vom Rest der Welt mehr oder weniger getrennte Einheit erlebt, verwende ich den Seelenbegriff, der dann durchaus mit vielen – wenn auch nicht allen – religiösen Vorstellungen von der Seele vereinbar ist. Wichtig ist, dass im Gegensatz zu einer verbreiteten Vorstellung nicht die Seele im Körper wohnt, sondern eher der Körper eine temporäre Ausdrucksform der Seele ist.

"Wichtig ist, dass im Gegensatz zu einer verbreiteten Vorstellung nicht die Seele im Körper wohnt, sondern eher der Körper eine temporäre Ausdrucksform der Seele ist."

Glauben Sie, dass sich die Spezies Mensch spirituell weiterentwickeln kann und wird?
Für mich ist das nicht nur eine logische, sondern auch eine real beobachtbare Entwicklung. Sie verläuft sicherlich nicht linear – es gab immer wieder Kulturen, die spirituell höher entwickelt waren als unsere. Einzigartig in der heutigen Zeit ist allerdings, dass sich spirituelles Wissen dank der Errungenschaften unserer technischen Zivilisation – insbesondere der globalen Informationsvernetzung – viel schneller verbreitet als früher, wodurch die geistige Entwicklung deutlich schneller voranschreitet. Insofern hatte ironischerweise auch das materialistische Zeitalter seine Rolle in dieser spirituellen Evolution, da es diese technischen Möglichkeiten hervorgebracht hat.
  

Können Ihre Leser auf ein neues Buch von Ihnen hoffen? Wenn ja, welches Thema würden Sie gerne angehen?
Es gibt diverse Ansätze neuer Ideen in meinem Kopf, allerdings müssen diese Dinge bei mir erfahrungsgemäß sehr lange reifen, insofern möchte ich da jetzt keine konkreten Versprechungen machen. Sollte es ein neues Sachbuch geben, würde dieses sicherlich noch sehr viel handfestere Argumente für die These liefern, dass die Welt eine geistige Schöpfung ist. Mehr fundierte Fakten, weniger Spekulation – diese Tendenz würde ich mir generell für die im weitesten Sinne esoterische Literatur wünschen.


Was ist für Sie der "True Spirit"?
Ich halte nicht viel davon, Menschen bestimmte Denkrichtungen als besonders empfehlenswert vorzugeben – letztlich muss das jeder für sich selbst herausfinden. Wenn ich dennoch eine allgemeingültige Empfehlung abgeben sollte, würde sie lauten: 
Sei der Mensch, der du aus tiefstem Herzen sein willst. Alles andere ergibt sich dann von selbst.


Vielen Dank für das spannenden Interview!

Weitere Informationen über Jörg Starkmuth und sein Buch findet Ihr unter http://starkmuth.de/




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